Eröffnung des Infoladen „Roter Strumpf“
Der neu eröffnete Infoladen „Roter Strumpf“ läd an diesem Nachmittag alle ein, die sich mit uns über die Neueröffnung freuen, oder einfach nur interessiert sind, was es bei uns so alles gibt. Kaffee, Kuchen und Prosecco dürfen hier nicht fehlen.
Sonntag, 3. Mai, 17 Uhr

 

Die Vertreibung aus dem Serail – Homophobie und die islamische Welt
Islamische Staaten geraten durch die Verfolgung Homosexueller immer wieder in den Blickpunkt der westlichen Medien, die solche Vorfälle gern als Zeichen kultureller Rückständigkeit interpretieren. Dabei beschworen Homosexuelle die Kultur des „Orient“ noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts als ein tolerantes Gegenbeispiel zu den Jahrhunderten religiöser und säkularer Verfolgung in Europa.
Anhand zahlreicher historischer und aktueller Quellen belegt der Autor, dass die Schwulenverfolgung in Ländern wie Iran und Ägypten weniger das Relikt einer vormodernen Vergangenheit ist. Vielmehr handelt es sich um das Resultat einer gewaltsamen Angleichung an die Denkformen ihrer ehemaligen Kolonialherren, die Homosexuelle im Prozess der Modernisierung erstmals identifiziert, benannt und zum Objekt staatlichen Handelns gemacht haben.
Sonntag, 17. Mai, 17 Uhr

 

Chiapas – Zum Stand der zapatistischen Bewegung
Am 1. Januar 1994 trat die EZLN mit einem bewaffneten Aufstand erstmals öffentlich in Erscheinung und setzt sich seitdem mit politischen Mitteln für die Rechte der indigenen Bevölkerung Mexikos, aber auch generell gegen neoliberale Politik für autonome Selbstverwaltung ein.
In dieser Veranstaltung soll es schwerpunktmäßig um die aktuelle Situation der Bewegung und Chiapas gehen.
Montag, 18. Mai, 20:30 Uhr

 

Bernard Schmid: Frankreich in Afrika – Eine (Neo)Kolonialmacht in der Europäischen Union zu Anfang des 21. Jahrhundert
Bernard Schmids neues Buch, das er an diesem Tag vorstellen wird, vermittelt ein detailliertes Bild von Frankreichs postkolonialem Einfluss in Afrika. Unter anderem geht es den aktuellen Fragestellungen nach, welche Rolle die »Mittelmeerunion« spielt, die von Präsident Sarkozy als Kern eines neuen »EurAfrika« bezeichnet wurde, und wie das offizielle Frankreich mit dem Vorwurf umgeht, 1994 in Rwanda den Völkermord begünstigt, gefördert und unterstützt zu haben.
Darüber hinaus beleuchtet Bernard Schmid den Einfluss der neuen Akteure China und USA auf dem Kontinent, die innere Verfasstheit der afrikanischen Staaten sowie die dort vorherrschende Rentiersökonomie.
Sonntag, 7. Juni, 17 Uhr

 

Claudia Haydt: Krieg in Afghanistan
Seit 2001 werden „deutsche Interessen am Hindukusch verteidigt“ – und zwar militärisch. Inzwischen sind 4 500 Soldat_innen aus Deutschland in Afghanistan im Kriegseinsatz. Die NATO hat seit 2003 die Federführung der Besatzung übernommen. Statt eines – von einigen etwas naiv erhofften – Rückzugs der NATO-Truppen nach der Wahl Barack Obamas, werden diese nun massiv aufgestockt und es werden Überlegungen zu einer Ausweitung des Kampfgebietes auf Pakistan laut. Der zivilen Katastrophe scheint aber nun aus Sicht der NATO-Bündnispartner ein militärisches Desaster zu folgen. Dennoch steht ein Abzug der Truppen derzeit leider nicht zur Debatte. Der Grund hierfür ist einfach: Es steht in Afghanistan zu viel auf dem Spiel. Denn in den letzten Jahren hat sich eine völlig neue Form westlicher Kolonialpolitik herauskristallisiert, die derzeit in Afghanistan – ebenso wie im Irak, in Bosnien und im Kosovo – prototypisch umgesetzt wird. All diese Länder wurden nach erfolgtem Angriff unter quasi-koloniale Verwaltung gestellt und ihre Wirtschaftsordnungen unter den Deckmänteln von „Stabilitätsexport“ und „Nation Building“ zugunsten ‚westlicher‘ Konzerninteressen neoliberal umstrukturiert.
Claudia Haydt ist Soziologin und Religionswissenschaftlerin. Sie ist Mitglied im Vorstand der Informationsstelle Militarisierung e.V. in Tübingen (imi-online.de) und arbeitet seit Jahren kritisch zu (und gegen) die Einsätze der Bundeswehr.
Dienstag, 9. Juni, 20 Uhr

 

Antiziganistische Zustände – Ein Themennachmittag zum Rassismus gegen „Zigeuner“
Antiziganismus ist ein weit verbreitetes Phänomen, das in den westlichen Gesellschaften tief verankert ist. In nahezu allen Staaten Europas werden Menschen als »Zigeuner« diskriminiert und teilweise verfolgt. Gleichzeitig mangelt es an politischen und theoretischen Analysen. Das gilt auch für eine linke Kritik, die oft nicht über moralische Empörung hinaus geht. Der an diesem Nachmittag in netter Atmosphäre präsentierte Sammelband „Antiziganistische Zustände“ soll zu einer breiteren und differenzierteren Diskussion und Kritik des Antiziganismus beitragen. Neben unterschiedlichen gesellschaftstheoretischen Ansätzen werden internationale Fallstudien zu Italien, Kosovo und Rumänien ebenso bearbeitet wie der Bereich medialer Repräsentationen und die Verwerfungen im bundesdeutschen Gedenken an den nationalsozialistischen Massenmord. Eine Kritik der Mehrheitsgesellschaft tritt hierbei an die Stelle eines nicht selten antiziganistischen Schreibens über Roma.
Einige Autor_innen werden kurze Vorträge zu ihren Themen halten. Neben einer allgemeinen Einführung in die Grundzüge des Antiziganismus werden die Bleiberechtskämpfe von Roma in der BRD ebenso Thema sein, wie die Situation in Italien und Rumänien.
Samstag, 13. Juni, 14 Uhr

 

FÄLLT AUS!!!Tobias Pieper: Die Gegenwart der Lager – Blankenburg im Kontext bundesdeutscher Flüchtlingspolitik
Asylsuchende, de facto-Flüchtlinge und geduldete MigrantInnen werden hierzulande seit 1982 in lagerähnlichen Gemeinschaftsunterkünften untergebracht, die dezentral über das Bundesgebiet verteilt liegen. Derzeit sind immer noch über 100 000 Menschen davon betroffen; mit dem ‚Zuwanderungsgesetz‘ wurden Ausreiseeinrichtungen zur Forcierung ‚freiwilliger‘ Ausreisen als neue Lagerform kodifiziert. Die Ausschließung der MigrantInnen, gesellschaftlich und in den bundesdeutschen halboffenen Lagern, findet selbst von einer kritischen Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet statt. Von der Analyse des Sozialraums Lager aus der Perspektive seiner BewohnerInnen ausgehend fragt Tobias Pieper in seiner Forschungsarbeit auf der Grundlage von raumtheoretischen und sicherheitstechnologischen Überlegungen nach der politischen, ideologischen wie ökonomischen Funktion der Lagerunterbringung und rollt diese in ihren historischen Dimensionen auf.
Tobias Pieper wird wesentliche Thesen seines Buches vorstellen und dabei naheliegenderweise einen Schwerpunkt auf die Lager in Blankenburg (Oldenburg) und Bramsche-Hesepe legen.
Samstag, 14. Juni, 17 UhrFÄLLT LEIDER AUS!!!

 

Antifa und Männlichkeit
Was ist überhaupt Männlichkeit? Was macht Antifa-Politik aus und wieso ist sie an so vielen Punkten besonders bei jungen Männern beliebt? Warum gibt es auch in der Antifa Unterdrückungsverhältnisse?
Die Gesprächs- und Entscheidungsstrukturen und die Ausrichtung der Antifa-Politik gehören auf den antisexistischen Prüfstand.
Wir reden über Symbole und Idole, um Tücken der alltäglichen Antifaarbeit, samt Heldentum und Revierverhalten. Unterdrückungsmechanismen schaffen sich aber nicht von selbst ab, nur weil sie vielfach in Diskussionen erkannt und benannt werden.
Neue Perspektiven und konkrete Umsetzungsmöglichkeiten sollen in dem Workshop gemeinsam entwickelt werden.
Antifa ist zu wichtig, als es nur bei Kritik zu belassen.
Der Workshop dauert 7 Stunden, die maximale Teilnehmer_innenzahl liegt bei 20.
Sonntag, 21. Juni, 11 Uhr

 

Sans Papiers: Bewegung für Bleiberecht
Sans Papiers-Aktivist_innen aus Frankreich werden von ihrem Kampf ums Bleiberecht berichten. Flüchtlinge und illegalisierte Menschen haben sich selbst organisiert und kämpfen gemeinsam gegen Diskriminierung und gegen die französische/europäische Abschiebemaschinerie.
Termin steht noch nicht fest, achtet auf Ankündigungen!

 

Steffi Holz: Alltägliche Ungewissheit – Erfahrungen von Frauen in Abschiebehaft
Abschiebehaft ist ein restriktiver Bestandteil deutscher Zuwanderungs- und Abgrenzungspolitik. Sie ist offiziell eine Verwaltungsmaßnahme zur Vorbereitung der Abschiebung und keine Strafhaft. Für die Inhaftierten ist es jedoch ein Gefängnisaufenthalt, der als Bestrafung wahrgenommen wird und eine bedrohliche Erfahrung und extreme Lebensrealität darstellt. In ihrer auf der Basis von Interviews erstellten Studie lässt Steffi Holz diese Lebensrealität sichtbar werden und beschreibt die Handlungsperspektiven und Strategien der Frauen, mit der belastenden Situation umzugehen. Ein wesentliches Element des Alltags ist darüber hinaus das Wirken der Ausländerbehörde. Ausführlich kommen die behördlichen Reglementierungen zur Sprache.
Termin und Ort: Montag, 25.05.09, Helene-Lange-Schule
Wir wollten die Veranstaltung in Kooperation mit der Projektgruppe "Schule gegen Rassismus" machen. Leider hatte Steffi Holz nur an einem Abendtermin Zeit. Deswegen wird die Veranstaltung in der HLS und NICHT im Infoladen roter strumpf stattfinden. Die Veranstaltung ist ebenfalls in eine Reihe eingebunden. Eine Übersicht über die ebenfalls sehr lohnenswerten Veranstaltungen findet ihr hier.

 

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