Unsere Filmreihe geht weiter. Jeden zweiten Sonntag, 20 Uhr im Alhambra:
Das Fest des Huhns
55 min, Österreich, 1992, deutsch, von Walter Wippersberg
Eine Folge der beliebten AllAfricanTeleVision-Serie »Kayonga Kagame zeigt uns die Welt« – diesmal: »Das unberührte und rätselhafte Oberösterreich«. Afrikanische Forschungsreisende dringen in die Weiten Oberösterreichs vor, um Sitten und Gebräuche der dort lebenden Stämme zu studieren, und entdecken dabei völlig neue und in der ethnologischen Literatur bisher nicht beschriebene Kulturphänomene. Der Ethnologe begegnet den oberösterreichischen Stämmen dabei Hautnah und taucht tief in die Welt der Rituale und Gebräuche der Ureinwohner ein. Die Kirchen, einst wichtiger Versammlungsort sind leer – dafür drängen sich die Ureinwohner ob der Enns in einem riesigen Zelt zusammen. Dort trinken sie gewaltige Mengen einer gelblichen Flüssigkeit und vertilgen hauptsächlich Hühner. Worauf der Forscher eine Sensation wittert. Das weiße Volk hat ein neues Götzenbild: Das Huhn hat das Lamm abgelöst ...
So., 12. Februar :: 20h :: Alhambra
Schildkröten können fliegen
98 min, Iran, Irak, 2004, OmU, von Bahman Ghobadi
Der Filmes spielt in einem, an der Grenze zwischen der Autonomen Region Kurdistan und der Türkei gelegenen Flüchtlingslager. Unter den kurdischen Flüchtlingen herrscht eine Lage voller Verzweiflung und sie verfolgen die CNN-Nachrichten in der Hoffnung, dass endlich US-amerikanische Truppen einmarschieren. Der einzige, der die Nachrichten zu verstehen scheint, ist ein 13-jähriger Junge, der Satellit genannt wird. Zusammen mit ein paar Kindern sucht er die umliegende Gegend nach irakischen Minen ab, da sie Geld einbringen. Bald lernt er ein Mädchen namens Agrin kennen, das mit ihrem verstümmelten Bruder und einem blinden Zweijährigen im Lager eintraf. Er verliebt sich in sie und versucht zu ihr durchzudringen, was ihm aufgrund ihres Traumas schwer fällt. Schließlich kann er sich auch nicht mehr über den Einmarsch der US-Amerikaner freuen.
So., 26. Februar :: 20h :: Alhambra
Vivir la utopía!
95 min, Spanien, 1997, spanisch mit deutscher Übersetzung, von Juan A. Gamero
»Ich erwachte vom Sirenengeheul der Fabriken. Ganz Barcelona schien wie ein einziges Herz zu schlagen. So was erlebt man höchstens ein Mal in 100 Jahren. Das hat mein Leben geprägt und seitdem lebe ich mit diesem Gefühl.« (Federico Arcos)
»Vivir la utopía!« (Die Utopie leben) ist ein Dokumentarfilm über die anarchistische Bewegung Spaniens, mit Schwerpunkt auf den Zeitraum 1936-1939, also während des Spanischen Bürgerkrieges. Damals bildeten Millionen von Menschen auf dem Land und in der Stadt Kollektive und organisierten die Produktion selbstverwaltet. Viele von ihnen entschieden sich, bewaffnet gegen den Faschismus zu kämpfen und schlossen sich den Milizkolonnen gegen Franco an.
In dem Film werden 30 Anarchist∗innen interviewt, die Teil der damaligen anarchistischen Bewegung waren. Viele von ihnen sind aus dem Exil in Frankreich, Kanada, Mexiko und Venezuela gekommen, um über die soziale Revolution in Spanien zu sprechen.
So., 11. März :: 20h :: Alhambra
White Charity
48 min, Deutschland, 20011, deutsch, von Carolin Philipp und Timo Kiesel
Überall springen sie ins Auge – an Bushaltestellen, auf Bussen, am Straßenrand, in der Werbung: Große Plakate, auf denen zumeist schwarze Kinder abgebildet sind, die mit großen Augen in die Kamera schauen, darunter appellierende Worte an potenzielle Spender∗innen.
Was für einen Einfluss haben eigentlich solche Werbeplakate von Hilfsorganisationen wie »Brot für die Welt«, »Misereor«, »Care«, auf die Konstruktion von hierarchischen »weißen« und »schwarzen« Identitäten?
Der Dokumentarfilm lässt Vertreter∗innen von Hilfsorganisationen und Wissenschaftler∗innen über Entwicklungszusammenarbeit, koloniale Fantasien, Rassismus und Machtstrukturen miteinander diskutieren und analysiert aus einer rassismuskritischen, postkolonialen Perspektive.
So., 25. März :: 20h :: Alhambra
Den aktuellen Flyer dazu gibt es hier.
Zuletzt aktualisiert: 02. Februar 2012